Mercedes-Benz

Mercedes-Benz nutzt seine Werksgelände als Ressource für biologische Vielfalt

Case Study
Titel
Mercedes-Benz nutzt seine Werksgelände als Ressource für biologische Vielfalt
Unternehmen & Organisation
Mercedes-Benz
Kategorie
Unternehmen
Themenbereich
Umwelt & Klima
Anvisierte SDGs
9, 15
Jahr
2022
Mercedes-Benz versteht die Bewahrung und den Schutz der Vielfalt natürlicher Lebensräume als wichtigen Teil seiner unternehmerischen Verantwortung an. Alle Unternehmensstandorte realisieren auf der Basis einer internen Handlungsanweisung individuelle Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität.

Ausgangssituation

Die Vereinten Nationen hatten die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für biologische Vielfalt erklärt. Nahezu alle Standorte der Mercedes-Benz Group haben sich in die Förderung und den Erhalt der biologischen Vielfalt auf den insgesamt 5.200 Hektar umfassenden Werksflächen eingebracht. Das Biodiversitätsprojekt des Werks Mannheim wurde 2020 für sein Engagement für den Schutz und die Erhaltung sowie die Förderung der Artenvielfalt als offizielles Projekt der UN-Dekade für biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Zielsetzung & Umsetzungsansatz

Die Mercedes-Benz Group hat den Erhalt der Biodiversität rund um ihre verschiedenen Standorte als wichtiges Handlungsziel neben dem Klima-, Immissions-, Gewässer- und Bodenschutz definiert. Dazu wurden interne Handlungsempfehlungen „Biodiversität“ erarbeitet, die an den deutschen Standorten gelten.

Grundsätzlich soll der Flächenverbrauch bei Bauvorhaben so gering wie möglich gehalten werden, etwa durch mehrstöckige, dichte Bebauung. Weitere Maßnahmen reichen von der naturnahen Gestaltung nicht bebauter Flächen über Dach- und Fassadenbegrünungen bis hin zur Aufstellung von Insektenhotels und Nisthilfen für heimische Vögel. Die Aktivitäten an den Standorten für die Tier- und Pflanzenwelt werden vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) begleitet und dokumentiert. Wenn keine Förder- und Ausgleichsmaßnahmen direkt an den Standorten möglich sind, bemüht sich die Mercedes-benz Group um die Schaffung von Ersatzhabitaten.

Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt individuell auf der Ebene der Werksstandorte. Ein Großteil der deutschen Mercedes-Benz Werke bewertet seine Flächen bereits anhand des selbst entwickelten Biodiversitätsindex (BIX). Abstufungen des BIX reichen hier von der Wertstufe 0 (Areal ohne ökologische Bedeutung) bis Wertstufe V (sehr hohe ökologische Ökosystem) und kann Flächen hinsichtlich Aufwertung der Artenvielfalt entsprechend messen.

Ergebnisse

Ein Aktivitätsschwerpunkt der Mercedes-Benz Group liegt in Maßnahmen zum Schutz bedrohter Vogelarten. So werden in Kooperation mit Vogelschutzzentren die Brut- und Nistplätze von Vögeln analysiert und daraus Schutzmaßnahmen zur Erhaltung und Schaffung von Lebensräumen abgeleitet. Darin werden die Belegschaft, die Nachbarschaft sowie die Auszubildenden einbezogen. Ein Erfolg ist beispielsweise, dass seit der naturnahen Umgestaltung des Werksgeländes Sindelfingen, in Jahr 2015, etwa 30 Wanderfalken-Küken geschlüpft sind (Stand 2021).

Ganze 500 Hektar umfasst das Gelände des Prüf- und Technologiezentrums Immendingen. Dort wurden im intensiven Dialog mit der Bürger:innenschaft sowie Umwelt- und Naturschutzverbänden verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Die 33 Hektar große Wildtierpassage mit Wildtierunterführung und Wildbrücke sticht daraus hervor. Sie teilt das Areal in zwei Hälften, damit Wildtiere es gefahrlos durchqueren können. Tiere, die auf dem Gelände lebten, wie Zaun- und Waldeidechsen, Blindschleichen, Schlingnattern und Haselmäusen, wurden in geeignete Lebensräume außerhalb umgesiedelt. Gleiches galt für Arten wie die streng geschützten Laubfrösche, die erst während der Bauarbeiten zugewandert waren.

Im Jahr 2021 wurden im Mercedes-Benz Werk Berlin insgesamt 2.000 m2 Werksfläche ökologisch aufgewertete. Hier wurden wichtige Nahrungsquellen für Vögel und Insekten, wie Obstbäume und andere fruchttragende regionale Gehölze eingepflanzt. Des Weiteren wurden Blumenwiesen und ein kleiner Teich angelegt sowie neue Vogelnistplätze errichtet.

Die Nachhaltigkeit der eingeleiteten Maßnahmen wird mit einem Monitoring-Konzept gesichert. Es ist für die Freiflächen auf zehn und die Wälder auf 25 Jahre angelegt. Überprüft wird jeweils der Grad der Zielerreichung. Drohen gewisse Ziele verfehlt zu werden, muss entsprechend nachgebessert werden.

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