UN GCD Jahreskonferenz

Unsere Konferenzen bieten die Möglichkeit, sich mit Vertreter*innen der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und der Politik zu aktuellen Themen unternehmerischer Verantwortung auszutauschen.

Angesichts geopolitischer Konflikte, protektionistischer Tendenzen, volatiler Märkte und einen zunehmend politisierten ESG-Diskurs mehren sich die Zweifel am kurzfristigen Business Case von Nachhaltigkeit. Gilt das Versprechen noch: Wer nachhaltig handelt, profitiert auch ökonomisch – doing well by doing good? In diesen unsicheren Zeiten rückt ein elementarer Erfolgsfaktor der Nachhaltigkeitsdebatte in den Mittelpunkt: Resilienz. 

Der Druck auf Unternehmen steigt, angesichts multipler Krisen handlungsfähig zu bleiben und die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Resilienzstrategien, in denen Nachhaltigkeitsaspekte mitgedacht werden, können Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit sichern und gleichzeitig die Grundlage für nachhaltige Wertschöpfung legen.

Doch was bedeutet Resilienz konkret für die Bereiche Umwelt, Soziales und Governance? Wie lassen sich hier Resilienz und Nachhaltigkeit verbinden? Diese Fragen wollen wir auf unserer Jahreskonferenz mit Vertreter*innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutieren. Am Konferenznachmittag laden wir zu acht interaktiven Workshops und vertiefenden Diskussionen ein.

Zur Konferenz anmelden

Die Konferenz findet im hybriden Format statt: Eine virtuelle Teilnahme an der Plenumsdiskussion des Vormittags sowie den im Plenumssaal stattfindenden Nachmittagssessions ist möglich.

Agenda & Speaker*innen


9:00 - 9:45 Uhr | Registrierung & Networking

9:45 - 9:55 Uhr | Begrüßung 

  • Marcel Engel, Geschäftsführer, UN Global Compact Netzwerk Deutschland

9:55 - 10:15 Uhr | Live aus Brüssel: Die europäische Perspektive

Als Vorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz setzt sich Anna Cavazzini im Europäischen Parlament für die Umsetzung des European Green Deal und für eine gerechte Globalisierung ein. Mit ihr sprechen wir über europäische Strategien für mehr Resilienz und darüber, wie Europa im internationalen Wettbewerb Nachhaltigkeitsstandards verteidigen kann. 

  • Anna Cavazzini, Vorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, Europäisches Parlament

10:15 - 10:30 Uhr | Setting the Scene

10:30 - 12:00 Uhr | Plenumsdiskussion “Resilienz - Nachhaltigkeit neu definiert?”

Wie können kurzfristige Krisenbewältigung und langfristige nachhaltige Transformation zusammengedacht werden, auch wenn beide in der Praxis um Ressourcen und Priorität konkurrieren? Welche Rahmenbedingungen sind erforderlich, um Resilienz und nachhaltiges Wirtschaften zu stärken? Und braucht es ein neues Narrativ für Nachhaltigkeit? Diesen Fragen diskutieren wir gemeinsam mit Vertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

  • Yasmin Fahimi, Vorsitzende, Deutscher Gewerkschaftsbund
  • Susanne Marell, Bereichsvorständin, Schwarz Gruppe
  • Thorsten Pinkepank, Vorstandsvorsitzender, UN Global Compact Netzwerk Deutschland und Director Corporate Sustainability Relations, BASF
  • Prof. Dr. Andreas Rasche, Professor of Business in Society, Copenhagen Business School
     
  • Moderation: Ina Karabasz, Ressortleiterin Unternehmen & Märkte, Handelsblatt

12:00 - 12:10 Uhr | Vorstellung der Workshops & Diskussionen am Nachmittag

12:10 - 13:30 Uhr | Mittagspause

13:30 - 14:45 Uhr | Parallele Workshops (Block 1)

KI im Spannungsfeld von geopolitischer Abhängigkeit, Regulatorik und unternehmerischer Verantwortung

Künstliche Intelligenz (KI) ist keine Zukunftstechnologie mehr, sondern Gegenwart und Machtfrage. Die Kontrolle über Infrastruktur, Algorithmen und die Regeln ihrer Entwicklung konzentriert sich zunehmend in den Händen weniger Konzerne in den USA und China. In einer Welt, in der KI zur strategischen Ressource geworden ist, wirft das Fragen auf – nach der digitalen Souveränität Europas, nach in KI-Systemen verankerten Werten und nach der Wettbewerbsfähigkeit europäischer und deutscher Unternehmen. 

In der Diskussion mit Vertreter*innen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik beleuchten wir zunächst die geopolitische Dimension. Danach richten wir den Blick auf die Unternehmenspraxis: Worauf sollten Unternehmen beim Einsatz von KI achten? Wie lässt sie sich verantwortungsvoll nutzen? Und ist Regulierung in diesem Kontext Schutz oder Bremse?

Keynote: 

Marie Kilg, Journalistin, KI-Expertin und Host des KI-Podcasts der ARD

Panelist*innen:

  • Evelyn Graß, Leiterin des Referats DWII2 Künstliche Intelligenz, Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
  • Monica Hermes, Global Vice President Government & Public Affairs, WILO SE
  • Kilian Vieth-Ditlmann, Team Lead Policy, AlgorithmWatch 
Funding the Shift: Making Transition Finance work for your Business

Workshop in English, co-hosted with UNEP FI.

Transition planning turns climate commitments into action. Financial institutions increasingly consider credible transition plans when assessing companies’ access to sustainable finance instruments and favourable financing terms. Yet no common framework defines what constitutes a credible plan, leaving banks, insurers and investors to apply their own benchmarks. 

This session brings together perspectives from the financial sector, business and policymakers to explore what financial institutions look for and how companies in the real economy can use transition planning to strengthen their financing strategies. The panel will be followed by a case-based exercise. 

Speakers:

  • Udo Riese, Global Head of Sustainable Investing, Allianz Investment Management (AIM) SE
  • Silke Stremlau, Geschäftsführerin, Finance for Transition – F4T gGmbH
HRDD-Dialog: Forschung trifft Unternehmenspraxis

Wie können aktuelle Forschungsergebnisse die Unternehmenspraxis stärken? Und wie bereichern Unternehmen und deren Erfahrungen umgekehrt die Wissenschaft? 

In dieser Session begegnen sich beide Welten auf Augenhöhe. In mehreren Runden stellen Wissenschaftler*innen ihre Forschung zu menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht (Human Rights Due Diligence - HRDD) vor – kompakt und praxisnah. Nachhaltigkeitsverantwortliche erhalten Zugang zu aktueller Forschung und Wissenschaftler*innen gewinnen wertvolle Einblicke aus der Praxis.

Speaker*innen: 

  • Judith Bauder, Researcher in International Law and Human Rights Law, European University Institute, Florence, Italy
  • Prof. Dr. Grischa Beier, Forschungsgruppenleiter, Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit | am GFZ (RIFS), Potsdam
  • Dr. Matthias Fertig Müller& Dr. Jennifer Adolph, Associated Researchers at Chair for Corporate Sustainability Management, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Ulla Gläßer, LL.M., Inhaberin der Professur für Mediation, Konfliktmanagement und Verfahrenslehre, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
  • Priv.-Doz. Dr. Janne Mende, W2-Forschungsgruppenleiterin, Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg
Corporate Political Responsibility: Wie weit geht die Verantwortung der Wirtschaft?

Der Aufstieg populistischer und extremistischer Kräfte in Deutschland stellt Unternehmen vor neue Fragen: Was bedeuten politische Polarisierung und die schwindende demokratische Stabilität für den Wirtschaftsstandort Deutschland? In dieser Session diskutieren wir, welche Verantwortung Unternehmen für den Erhalt demokratischer Rahmenbedingungen tragen, wo die Grenzen politischer Einflussnahme liegen und wie sie in ihren eigenen Unternehmen mit Populismus und Extremismus umgehen können. 

Grundlage der Diskussion sind zwei jüngst veröffentlichte Studien der Bertelsmann Stiftung und des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik, die politisches Engagement aus zwei Perspektiven beleuchten.

Speaker*innen

  • Henning Banthien, Geschäftsführer, ifok GmbH und Vorstand der Initiative Wirtschaft für Demokratie, Ostdeutsches Wirtschaftsforum
  • Dr. Martin von Broock, Vorsitzender des Vorstands, Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik
  • Erika Holz, Abteilungsdirektorin, Teamleitung HR und Arbeitsumfeld, Projektleiterin Charta der Demokratie, KfW
  • Rebekka Vollmer, Projektleiterin der Studie Unternehmen in der Demokratie, Bertelsmann Stiftung

14:45 - 15:15 Uhr | Kaffeepause

15:15 - 16:30 Uhr | Parallele Workshops (Block 2)

Zirkulär = krisenfest? Resilienz und Business Case einer Circular Economy

Deutschlands Wirtschaft steht unter Druck: Geopolitische Spannungen, fragile Lieferketten, Ressourcenknappheit und ein verschärfter regulatorischer Rahmen stellen etablierte Geschäftsmodelle vor Herausforderungen. Unternehmen stehen zunehmend vor der Frage, wie sich wirtschaftliche Stabilität langfristig sichern lässt. Dabei entwickelt sich die Kreislaufwirtschaft von einem ökologischen Nice-to-have zu einem strategischen Hebel. Sie verringert Abhängigkeiten von volatilen Rohstoffmärkten, stabilisiert Margen und eröffnet neue Wachstumsfelder – vorausgesetzt, dass der Business Case trägt und die politischen Rahmenbedingungen gegeben sind.

Unser Panel bringt Entscheider*innen aus der Großindustrie, dem Mittelstand, der Politik und Verbänden zusammen, um zentrale Fragen zu diskutieren: Welche Praxisbeispiele belegen bereits heute den ökonomischen Mehrwert der Kreislaufwirtschaft? Wie lässt sich Zirkularität als Resilienz- und Wachstumsstrategie in Unternehmen verankern? Und welche regulatorischen Weichenstellungen sind nötig, damit zirkuläre Geschäftsmodelle wettbewerbsfähig werden?

Panelist*innen: 

  • Jonathan Hörz, Head of the Strategy Field Circular Economy, Porsche AG
  • Michael Kuhndt, Executive Director, Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP)
  • Gabriele Maurer, Vice President Nachhaltigkeit, Jungheinrich
Vom Gegenwind zur Neuausrichtung: Wie sich die Rolle von CSR-Manager*innen neu definiert

Die Implementierung von Nachhaltigkeit in den Unternehmensstrategien steht unter Druck. Dadurch rückt die Relevanz von interner Rückendeckung für CSR-Manager*innen weiter in den Vordergrund. Wie bleibt Nachhaltigkeit vor diesem Hintergrund dauerhaft im Kerngeschäft verankert? Und wie entwickelt sich die Funktion von CSR-Manager*innen weiter?

Diese Fragen diskutieren wir anhand von zwei Kurzimpulsen aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis und vertiefen sie anschließend in vier parallelen Tischgespräche. Im Mittelpunkt stehen die strategische Verankerung von Nachhaltigkeit in Geschäftsprozessen, die (Weiter-)Entwicklung des Berufsbildes von CSR-Manager*innen, das Nachhaltigkeitsnarrativ sowie der Einsatz von KI in der CSR-Praxis.

Speaker*innen:

  • Ines Knecht, Vorstandsvorsitzende, D-A-CH Verband CSR Manager:innen e.V.
Collective Action in der Praxis: Erfahrungen aus den Branchendialogen Automobil und Energie

Kollektives Handeln wird oft als Lösung für komplexe, globale Herausforderungen empfohlen und ist auch eines von drei Strategieschwerpunkten des UN Global Compact ("Catalyze Collective Action"). Unternehmen sind dazu aufgerufen, sich mit anderen Akteuren zusammenzuschließen, um Themen gemeinsam anzugehen. Konkrete Praxisbeispiele fehlen jedoch häufig und es bleibt unklar, wie Unternehmen dabei am besten vorgehen können.

Im deutschen Netzwerk erproben wir diesen Ansatz in der Praxis. Im vergangenem Jahr haben wir die Koordination der Branchendialoge Automobilindustrie und Energiewirtschaft übernommen. In diesem Workshop teilen Mitglieder aus beiden Branchendialogen ihre Erfahrungen und stellen vor, welche kollektiven Maßnahmen sie konkret umsetzen. Anschließend diskutieren wir, welche Ansätze sich auf andere Kontexte übertragen und außerhalb der Branchendialoge anwenden lassen.

Speaker*innen:

Corporate Foresight als Resilienzstrategie

Klassische Strategiepläne stoßen aktuell an ihre Grenzen. Zu viele Krisen treten gleichzeitig auf, zu viele Entwicklungen verlaufen schneller als erwartet. Corporate Foresight bietet Unternehmen einen systematischen Ansatz, mit dieser Unsicherheit umzugehen – nicht als Ersatz für Strategie, sondern als Grundlage für robustere Entscheidungen.

In diesem Workshop diskutieren wir, welche globalen Szenarien bis 2035 für Nachhaltigkeitsstrategien besonders relevant sind und was Unternehmen heute konkret tun können, um resilient und zukunftsfähig zu bleiben. Die Session startet mit einem Impuls von Klaus Burgmeister, Zukunftsforscher und Gründer des foresightlab, sowie einem Praxiseinblick von Evonik. Daran schließt sich eine gemeinsame Diskussion und Austausch zu Zukunftsszenarien, Handlungsoptionen und geopolitischen Herausforderungen an. 

Speaker*innen:

16:30 - 16:45 Uhr | Wrap-Up & Ausblick

Ab 16:45 Uhr | Get Together

Das war die UN GCD Jubiläumskonferenz 2025 Film & Schnitt: Vincent Fechtig

Galerie der Jubiläumskonferenz 2025 Fotograf: Konstantin Börner

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