Angesichts geopolitischer Konflikte, protektionistischer Tendenzen, volatiler Märkte und einen zunehmend politisierten ESG-Diskurs mehren sich die Zweifel am kurzfristigen Business Case von Nachhaltigkeit. In diesen unsicheren Zeiten rückt ein elementarer Erfolgsfaktor der Nachhaltigkeitsdebatte in den Mittelpunkt: Resilienz.
Der Druck auf Unternehmen steigt, angesichts multipler Krisen handlungsfähig zu bleiben und die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Resilienzstrategien, in denen Nachhaltigkeitsaspekte mitgedacht werden, können Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit sichern und gleichzeitig die Grundlage für nachhaltige Wertschöpfung legen.
Doch wie lässt sich verhindern, dass der Fokus auf kurzfristige Krisenbewältigung mittel- bis langfristige Entwicklungspotentiale verdrängt? Welche politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen sind notwendig, um Resilienz und Nachhaltigkeit zu stärken und braucht es ein grundlegend neues Narrativ, um populistischen Tendenzen entgegenzuwirken?
Diese Fragen wollen wir in der Plenumsdiskussion unserer Jahreskonferenz mit hochkarätigen Vertreter*innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutieren. Am Konferenznachmittag laden wir außerdem herzlich zu acht interaktiven Workshops und vertiefenden Diskussionen ein
Die Konferenz findet im hybriden Format statt: Eine virtuelle Teilnahme an der Plenumsdiskussion des Vormittags sowie den im Plenumssaal stattfindenden Nachmittagssessions ist möglich.
Vorläufige Agenda
9:00 - 9:45 Uhr: Registrierung & Networking
9:45 - 10:00 Uhr: Begrüßung & Setting the Scene
- Marcel Engel, Geschäftsführer, UN Global Compact Netzwerk Deutschland
- Thorsten Pinkepank, Vorstandsvorsitzender, UN Global Compact Netzwerk Deutschland
10:00 - 10:45 Uhr: Keynote inkl. Q&A
10:45 - 12:15 Uhr: Plenumsdiskussion “Resilienz - Nachhaltigkeit neu definiert?”
12:15 - 12:20 Uhr: Vorstellung der Workshops & Diskussionen am Nachmittag
12:20 - 13:30 Uhr: Mittagspause
13:30 - 14:45 Uhr: Interaktive Workshops & vertiefende Diskussionen (Block 1)
KI im Spannungsfeld von geopolitischer Abhängigkeit, Regulatorik und unternehmerischer Verantwortung

Künstliche Intelligenz (KI) ist keine Zukunftstechnologie mehr, sondern Gegenwart und Machtfrage. Die Kontrolle über Infrastruktur, Algorithmen und die Regeln ihrer Entwicklung konzentriert sich zunehmend in den Händen weniger großer Konzerne in den USA und China. Das wirft grundlegende Fragen auf: Nach der digitalen Souveränität Europas, nach in KI-Systemen verankerten Werten, und nach der Wettbewerbsfähigkeit europäischer und deutscher Unternehmen in einer Welt, in der KI zur strategischen Ressource geworden ist.
In der Diskussion mit Vertreter*innen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik beleuchten wir zunächst die geopolitische Dimension, um dann den Blick auf die Unternehmensebene zu richten: Worauf sollten Unternehmen beim Einsatz von KI achten? Wie lässt sie sich verantwortungsvoll nutzen? Und ist Regulierung in diesem Kontext Schutz oder Bremse?
Funding the Shift: Making Transition Finance work for your Business

Workshop in English, co-hosted with UNEP FI.
Transition planning turns climate commitments into action. Financial institutions increasingly use credible transition plans when assessing access to sustainable finance instruments and favourable financing terms. Yet no common framework defines what a credible plan looks like, leaving banks, insurers and investors to apply their own benchmarks.
This session brings together finance, business, and policy perspectives to explore what financial institutions look for and how companies in the real economy can use transition planning to strengthen their financing strategy. The panel will be followed by a case-based exercise.
HRDD im Dialog: Forschung trifft Unternehmenspraxis

Wie können aktuelle Forschungsergebnisse die Unternehmenspraxis stärken? Und wie bereichern Unternehmen und deren Erfahrungsberichte umgekehrt die Wissenschaft? In dieser Session begegnen sich beide Welten auf Augenhöhe: In mehreren Runden stellen Wissenschaftler*innen ihre Forschung zu menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht (Human Rights Due Diligence, HRDD) vor und gehen mit den Teilnehmenden in einen offenen Austausch.
So erhalten Nachhaltigkeitsverantwortliche direkten Zugang zu aktueller Forschung und Wissenschaftler*innen gewinnen wertvolle Einblicke aus der Praxis.
Corporate Political Responsibility: Wie weit geht die Verantwortung der Wirtschaft?

Der Aufstieg populistischer und extremistischer Kräfte in Deutschland stellt Unternehmen vor neue Fragen: Was bedeuten politische Polarisierung und schwindende demokratische Stabilität für den Wirtschaftsstandort Deutschland? In dieser Session diskutieren wir, welche Verantwortung Unternehmen für den Erhalt demokratischer Rahmenbedingungen tragen, wo die Grenzen politischer Einflussnahme liegen und wie sie im eigenen Unternehmen mit Populismus und Extremismus umgehen können.
Grundlage der Diskussion sind zwei jüngst veröffentlichte Studien der Bertelsmann Stiftung sowie des Wittenberg Zentrums für Globale Ethik, die politisches Engagement von zwei Seiten beleuchten: Einerseits die Perspektive von Vorständen und die Frage, warum sich Unternehmen politisch engagieren; andererseits die Perspektive der Mitarbeitenden und die Erwartungen, die sie an ihr Unternehmen haben.
14:45 - 15:15 Uhr: Kaffeepause
15:15 - 16:30 Uhr: Interaktive Workshops & vertiefende Diskussionen (Block 2)
Zirkulär = Krisenfest? Resilienz und Business Case einer Circular Economy

Deutschlands Wirtschaft steht unter Druck: Geopolitische Spannungen, fragile Lieferketten, Ressourcenknappheit und ein verschärfter regulatorischer Rahmen fordern etablierte Geschäftsmodelle heraus. Unternehmen stehen zunehmend vor der Frage, wie sich wirtschaftliche Stabilität langfristig sichern lässt.
Dabei wird Circular Economy vom ökologischen Nice-to-have zum strategischen Hebel. Sie verringert Abhängigkeiten von volatilen Rohstoffmärkten, stabilisiert Margen und eröffnet neue Wachstumsfelder – vorausgesetzt, der Business Case trägt und die politischen Rahmenbedingungen stimmen.
Dieses Panel bringt Entscheider*innen aus Großindustrie, Mittelstand, Politik und Verbänden zusammen, um zentrale Fragen zu diskutieren: Welche Praxisbeispiele belegen den ökonomischen Mehrwert einer Circular Economy bereits heute? Welches Narrativ macht Zirkularität zur Resilienz- und Wachstumsstrategie im Unternehmen? Und welche regulatorischen Weichenstellungen sind nötig, damit zirkuläre Geschäftsmodelle wettbewerbsfähig werden?
Vom Gegenwind zur Neuausrichtung: Wie sich die Rolle von CSR-Manager*innen neu erfindet

Die Implementierung von Nachhaltigkeit in den Unternehmensstrategien steht unter Druck. Dadurch rückt die Relevanz von interner Rückendeckung für CSR-Manager*innen weiter in den Vordergrund. Wie bleibt Nachhaltigkeit vor diesem Hintergrund dauerhaft im Kerngeschäft verankert? Und wie entwickelt sich die Funktion von CSR-Manager*innen?
Diese Fragen diskutieren wir gemeinsam mit Ines Knecht, Vorstandsvorsitzende, D-A-CH Verband CSR Manager*innen e.V. und Stefanie Buchacher, Lead Sustainability von Gustavo Gusto GmbH & Co. KG. Nach zwei Kurzimpulsen aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis vertiefen wir die Diskussion in vier parallelen Tischgesprächen zu Rolle & Wirkung, Kompetenzen & Professionalisierung und Resilienz im politischen Umfeld.
Collective Action in der Praxis: Erfahrungen aus den Branchendialogen Automobil und Energie

Kollektives Handeln wird oft als Lösung für komplexe globale Probleme angepriesen. Unternehmen wird empfohlen, sich mit anderen Akteuren zusammenzuschließen, um solche Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Häufig fehlen aber konkrete Praxisbeispiele und es bleibt unklar, wie man am besten vorgeht.
Catalyze Collective Action ist auch eines von drei strategischen Fokusfeldern des UN Global Compact. Im deutschen Netzwerk erproben wir das Thema in der Praxis: Im letzten Jahr haben wir die Koordination der Branchendialoge Automobil und Energie übernommen und werden in diesem Workshop Erfahrungen aus den Dialogen teilen: Mitglieder beider Initiativen stellen vor, welche kollektiven Maßnahmen wir konkret umsetzen. Im Anschluss wollen wir darüber diskutieren, welche Ansätze sich daraus übertragen und außerhalb der Branchendialoge anwenden lassen.
Corporate Foresight als Resilienzstrategie

Klassische Strategiepläne stoßen an ihre Grenzen – zu viele Krisen treffen zu gleichzeitig ein, zu viele Entwicklungen verlaufen schneller als erwartet. Corporate Foresight bietet Unternehmen einen systematischen Weg, um mit dieser Unsicherheit umzugehen: Nicht als Ersatz für Strategie, sondern als Grundlage für robustere Entscheidungen.
In diesem Workshop erarbeiten Teilnehmende gemeinsam, welche globalen Szenarien bis 2035 für ihre Nachhaltigkeitsstrategien besonders relevant sind und was Unternehmen heute konkret tun können, um resilient und zukunftsfähig zu bleiben. Nach einem Impuls aus Wissenschaft und politischer Vorausschau entwickeln die Teilnehmenden in Kleingruppen eigene Zukunftsszenarien und leiten daraus strategische Handlungsoptionen ab.






























