Branchendialog Energiewirtschaft

Die Mitglieder des Branchendialogs Energiewirtschaft adressieren gemeinsam menschenrechtliche Herausforderungen in Liefer- und Wertschöpfungsketten und erarbeiten wirksame Maßnahmen.

Im Branchendialog Energiewirtschaft kommen Vertreter*innen aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft und der Bundesregierung zusammen, um gemeinsam einen Beitrag zur Verbesserung der menschenrechtlichen Lage entlang globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten der deutschen Energiewirtschaft zu leisten.

Zu diesem Zweck finden zum einen Formate zum Wissens- und Erfahrungsaustausch in der Gruppe statt. Außerdem entwickeln die Mitglieder in Arbeitsgruppen kollektive Maßnahmen für konkrete Herausforderungen aus der Praxis.

Aktuelle Arbeitsgruppen im Branchendialog

Minimierung negativer Auswirkungen des Bauxitabbaus in Guinea

Aluminium ist ein zentraler Bestandteil vieler Komponenten, die in der Energiebranche eingesetzt werden. Beim Abbau von Bauxit – dem Ausgangsrohstoff für Aluminium – können schwerwiegende menschenrechtliche Risiken wie Zwangsumsiedlungen, Umweltschäden oder Wasserverschmutzungen auftreten. 

Ziel der Arbeitsgruppe ist es daher, gemeinsam mit lokalen Akteuren und Bergbauunternehmen in Guinea Präventions- und Abhilfemaßnahmen umzusetzen.

Verantwortungsvolle Beschaffung von aluminiumhaltigen Kabeln

Verantwortungsvolle Beschaffungspraktiken und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Zulieferern leisten einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Minderung menschenrechtlicher Risiken in der tieferen Lieferkette. 

Aufbauend auf den in der gemeinsamen Publikation „Beschaffung verantwortungsvoll gestalten“ formulierten sieben Prinzipien unterstützt die Arbeitsgruppe mit konkreten, praxisorientierten Instrumenten und einem Wissens- und Erfahrungsaustausch die kontinuierliche Weiterentwicklung der individuellen Beschaffungspraktiken. 

Als nächstes soll ein Katalog für vergaberelevante Nachhaltigkeitskriterien entwickelt werden. Hierfür werden auch relevante Kabel-Lieferanten in den Dialog mit einbezogen.

Schaffung fairer Arbeitsbedingungen beim Bau energiewirtschaftlicher Infrastruktur

Auf Baustellen der Energiebranche können spezifische menschenrechtliche Risiken auftreten. Hierzu gehören neben mangelndem Arbeitsschutz und Gesundheitsrisiken auch prekäre Arbeitsbedingungen, geringe Löhne, Diskriminierung, sowie fehlender Zugang zu sozialen Sicherungssystemen.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der Arbeitsgruppe, effektive Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, diese im betrieblichen Kontext anzuwenden und in einem praxisorientierten Wissens- und Erfahrungsaustausch voneinander zu lernen.

Entstanden ist dabei bereits der Maßnahmenkatalog „Faire Arbeitsbedingungen schaffen“ sowie Schulungsmaterialien zur Sensibilisierung eigener Mitarbeitender und drei Leitfäden zu Projektprofilen zur Risikoeinschätzung, Aktionsplänen und Austausch mit Geschäftspartnern, die aktuell in den Unternehmen pilotiert werden.

Sektorspezifische abstrakte Risikobetrachtung

Die zu Beginn der Zusammenarbeit im Branchendialog erstellte abstrakte Risikobetrachtung „Potenzielle menschenrechtliche Risiken entlang der Liefer- und Wertschöpfungsketten“ mit dem Schwerpunkt auf die sechs Sparten Photovoltaik, Batteriespeicher, Windenergie, Erdgas, Stromnetze und Wasserstoff wird an die veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst.

Ziel der Arbeitsgruppe ist die Aktualisierung und Ergänzung der vorliegenden Risikobetrachtung unter Berücksichtigung der in Anhang Teil 1 und 2 der Corporate Sustainability Due Diligence Directive genannten Schutzgüter. Die Aktualisierung und Ergänzung erfolgt unter konstruktiver Einbeziehung ausgewählter Interessensträger.

Governance & Zusammenarbeit im Branchendialog

Der Branchendialog Energiewirtschaft wurde im Jahr 2022 ins Leben gerufen und nach seiner Gründung für 3,5 Jahre durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert. Seit Juli 2026 wird der Dialog nun auf Initiative seiner Mitglieder hin sowie durch diese finanziert unter dem Dach des UN Global Compact Netzwerk Deutschland e.V. fortgeführt.

Mehr Infos zur Übernahme des Branchendialogs
Die Basis für die Zusammenarbeit des Multi-Stakeholder Kreises im Branchendialog ist eine Steuerungsstruktur aus Sekretariat und Projektmitgliederkreis. Die Prinzipien der Zusammenarbeit sind in der Arbeitsgrundlage geregelt. 

Sie sind Vertreter*in eines Unternehmens aus der Energiewirtschaft und möchten Teil des Branchendialogs werden?

Hierfür müssen Unternehmensmitglieder die folgenden Voraussetzungen erfüllen: 

  • Das Unternehmen muss Mitglied im UN Global Compact Netzwerk Deutschland e.V. sein. Informationen zum UN GCD-Beitrittsprozess finden Sie hier.
  • Ein jährlicher Beitrag zur Finanzierung des Branchendialogs muss – zusätzlich zum Mitgliedsbeitrag an den UN GCD e.V. – entsprechend der Gebührenordnung des Branchendialogs Energiewirtschaft entrichtet werden.

Bei Rückfragen zum Branchendialog sowie dem Beitrittsprozess wenden Sie sich gerne an richard.huelsmann@globalcompact.de und lars.stetter@globalcompact.de

Mitglieder im Branchendialog Energiewirtschaft

Stimmen zur Übernahme

Bundesministerium für Arbeit und Soziales
PowerShift
RWE AG
UN Global Compact Netzwerk Deutschland
Vattenfall

Sekretariat des Branchendialogs im UN GCD

Richard Hülsmann

Head of Social & Governance
richard.huelsmann@globalcompact.de
+49 30 232 537 110

Lars Stetter

Manager Branchendialog Energiewirtschaft 
lars.stetter@globalcompact.de 
+49 30 232 537 115

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