SBTi erhöht das Ambitionsniveau auf 1,5°C

Die Science Based Targets Initiative (SBTi), eine globale Initiative, die es Unternehmen ermöglicht, sich Emissionsreduktionsziele im Einklang mit der Klimawissenschaft zu setzen, stellt eine neue Strategie vor, um die Mindestambitionen bei der Festlegung von Unternehmenszielen von "deutlich unter 2°C" auf "1,5°C" über dem vorindustriellen Niveau zu erhöhen. Demnach werden "deutlich unter 2°C"-Ziele künftig nicht mehr akzeptiert.

Die neue Strategie dient als Reaktion auf die zunehmende Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen und den Erfolg des Ansatzes. Die Ankündigung erfolgt im Vorfeld eines Berichts der Arbeitsgruppe I des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zum Sechsten Sachstandsbericht, der am 9. August veröffentlicht werden soll.

Science Based Targets haben sich von einem aufkeimenden Konzept im Jahr 2015 zu einer Bewegung entwickelt, die fast 20 % der Weltwirtschaft abdeckt. Jüngste Daten zeigen, dass wissenschaftsbasierte Ziele die Dekarbonisierung von Unternehmen vorantreiben – zwischen 2015 und 2020 haben Unternehmen mit validierten Zielen ihre Emissionen um 25 % gesenkt, verglichen mit einem Anstieg der globalen Energie- und Industrieemissionen um 3,4 %.

1,5°C-Ziele sind inzwischen die häufigste Wahl von Unternehmen. Sie machen 66 % aller Einreichungen bei der SBTi im Jahr 2021 aus. Insgesamt haben sich weltweit bereits mehr als 600 Unternehmen im Rahmen der SBTi-Kampagne "Business Ambition for 1.5°C", die im Juni 2019 als Reaktion auf den IPCC-Sonderbericht über 1,5°C gestartet wurde, zu 1,5°C-Zielen verpflichtet. Diese Unternehmen repräsentieren eine Marktkapitalisierung von 13 Billionen US-Dollar, geringfügig weniger als das BIP von China.

Neue SBTi-Strategie

Die SBTi will sich künftig darauf konzentrieren, das exponentielle Wachstum beim Setzen und Umsetzen von wissenschaftlich fundierten 1,5°C-Zielen zu beschleunigen, insbesondere bei Unternehmen in stark emittierenden Sektoren und den G20-Ländern. Die neue Strategie beinhaltet auch Anpassungen der Steuerung und der Betriebsabläufe der Initiative, um die fachliche Autorität der SBTi zu stärken und gleichzeitig ein effizientes, effektives und exponentielles Wachstum zu ermöglichen. Dazu gehört ein neues und unabhängiges fachliches Entscheidungsgremium, das dazu beitragen soll, die Belastbarkeit wichtiger fachlicher Entscheidungen zu gewährleisten, einschließlich der Auswahl von Szenarien, Zielsetzungsmethoden und der Genehmigung neuer und Überarbeitung bestehender Standards.

„Deutlich unter 2°C“-Ziele für Scope 1 und 2 von Unternehmen und Finanzinstituten werden nach und nach auslaufen. Unternehmen, deren Ziele im Jahr 2020 oder früher validiert wurden, haben gemäß den aktuellen SBTi-Kriterien bis 2025 Zeit, ihre Ziele an das ambitioniertere Zielniveau anzupassen. Unternehmen, deren Ziele nach diesem Datum genehmigt wurden, müssen diese mindestens alle 5 Jahre überprüfen und anpassen.

Alle Unternehmen und Finanzinstitute, die ab dem 15. Juli 2022 Ziele einreichen, müssen sich an den neuen Zielvorgaben orientieren.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Sie möchten Ihr Ziel zur COP 26 validieren lassen? Dann reichen Sie Ihr Ziel noch vor dem 2. August 2021 ein.