Umwelt und Klima

Das DGCN begleitet die Teilnehmenden im Management der Risiken und Auswirkungen auf Klima, Wasser und Biodiversität und der Formulierung und Umsetzung von Zielen.

Die Umwelt-Prinzipien des UN Global Compact zielen darauf ab, globalen Herausforderung wie dem Klimawandel, dem Artensterben, Wassermangel sowie der Verschmutzung der Atmosphäre und der Entwaldung entgegen zu wirken. Immer mehr Unternehmen haben erkannt, dass sie mit entsprechenden Strategien und Maßnahmen auch eigene Risiken senken und neue Geschäftschancen erschließen können.

Die Prinzipien sind aus der "Rio Erklärung über Umwelt und Entwicklung" abgeleitet, die 1992 auf dem UN-Erdgipfel in Johannesburg verabschiedet wurde.

Mehr zum Hintergrund

Mit der Unterzeichnung des UN Global Compact bekennen sich Unternehmen dazu, ihr Handeln an den Prinzipien 7, 8 und 9 auszurichten. Für die Unterzeichner bedeutet dies konkret, in all ihren geschäftlichen Aktivitäten einen vorsorgenden Ansatz im Hinblick auf ihre Umwelt- und Klimaauswirkungen zu verfolgen (Prinzip 7), die Stärkung des Umweltbewusstseins in- und außerhalb Ihres Unternehmens zu fördern (Prinzip 8) und sich aktiv an der Entwicklung und Verbreitung umwelt- und klimafreundlicher Technologien zu beteiligen (Prinzip 9). Denn um die Vision einer nachhaltigen Weltwirtschaft zu verwirklichen, ist es unerlässlich, dass gerade Unternehmen ihre Verantwortung für Umwelt und Klima wahrnehmen.

Die Dringlichkeit eines ambitionierten Umwelt- und Klimaschutzes wird nicht zuletzt durch den Sonderbericht des Weltklimarates IPCC im Jahr 2018 verdeutlicht: Nur wenn die globalen Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 auf Net Zero (= Netto-Null) sinken, kann es demnach gelingen, die Erderwärmung auf 1,5°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und die verheerendsten Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch und Natur zu verhindern. Der neueste Bericht des Weltklimarates vom August 2021 verdeutlicht einmal mehr die Dringlichkeit zu handeln: eine Begrenzung der Temperaturerhöhung auf 1.5°C ist möglich, dafür müssten die CO2-Emissionen schneller als bisher angenommen bereits bis 2030 halbiert werden und bis 2050 auf Netto-Null sinken. Auch der 2019 veröffentlichte Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES spricht eine eindeutige Sprache: der Erhalt der biologischen Vielfalt und ihrer Ökosystemleistungen wie die Bereitstellung von Nahrung, Medizin sowie sauberem Wasser und sauberer Luft sind für die Menschheit essenziell. Dennoch erleben wir gegenwärtig ein massenhaftes Artensterben, dessen Verlustrate durch Wissenschaftler:innen des IPBES auf das dutzend- bis hundertfache im Vergleich zum Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre beziffert wird.

Unternehmen spielen bei der Lösung dieser globalen Herausforderungen eine zentrale Rolle. Im Rahmen des unternehmerischen Klimamanagements beispielsweise beschäftigen sich Unternehmen mit strategischen Handlungsoptionen, um sowohl direkt und indirekt zu verantwortende Treibhausgasemissionen als auch geschäftsrelevante Auswirkungen des Klimawandels auf das Unternehmen zu steuern bzw. mitzugestalten. Alle Unternehmen sind dazu aufgerufen, sich an den Klimaschutzbemühungen zu beteiligen, ihr Ambitionsniveau zu erhöhen und Emissionen idealerweise im Einklang mit dem 1,5°C-Ziel zu senken.

Entsprechend groß ist das Interesse seitens der Unternehmen daran, ein verbindliches und gemeinsames Verständnis zu entwickeln, was beispielsweise ein Net-Zero-Wirtschaften für Unternehmen bedeutet – und wie der Weg dorthin gestaltet werden kann. Mit der Science Based Target Initiative (SBTi) legt der UN Global Compact gemeinsam mit dem World Resources Institute, CDP und WWF die konzeptionelle Grundlage für eine einheitliche, wissenschaftsbasierte Festlegung von Klimazielen für Unternehmen. Ist doch ein effektives Ambitionsniveau im Rahmen eines ganzheitlichen Klimamanagements die vielversprechendste Basis für eine kontinuierliche Verbesserung unternehmerischer Performance im Einklang mit dem 1,5°C-Ziel.

Übrigens: Im Rahmen ihres Umwelt- und Klimamanagements leisten Unternehmen auch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Agenda 2030. Denn beinahe alle SDGs haben Bezüge zum Umwelt- und Klimamanagement, zahlreiche sprechen diese sogar direkt an, so zum Beispiel SDG 6 mit seinem Fokus auf sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen, SDG 13 mit Zielen im Bereich Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, sowie die SGDs 14 und 15, die sich mit Umweltfragen rund um das Leben unter Wasser und an Land befassen.

Unternehmerisches Umwelt- und Klimamanagement ist dabei nicht nur für Mensch und Natur von großer Bedeutung. Insbesondere steigt die geschäftliche Relevanz einer effektiven Steuerung umwelt- und klimapolitischer Aspekte für Unternehmen aufgrund stetig wachsender regulatorischer Anforderungen. Beispielsweise unterliegen inzwischen viele energieverbrauchsrelevante Produktgruppen der Ökodesign-Richtlinie, die den europäischen Rechtsrahmen für Mindeststandards an Energie- und Ressourceneffizienz bildet. Damit werden ineffiziente Produkte mit überproportional hohem Energieverbrauch schrittweise aus dem europäischen Binnenmarkt ausgeschlossen. Ähnliche regulatorische Entwicklungen hin zu strengeren Standards zeigen sich über alle Branchen hinweg und werden insbesondere durch den European Green Deal, der die Europäische Union bis 2050 klimaneutral machen soll, in einer grundlegenden ökologischen Umgestaltung von Industrie, Energieversorgung, Landwirtschaft und Verkehr münden.

Diese Veränderungsprozesse wirken sich nicht zuletzt auch auf das Berichtswesen aus. Denn mit dem European Green Deal hat sich die EU-Kommission u.a. auch dazu verpflichtet, die Non-Financial Reporting Directive (NFRD, in Deutschland CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz) zu überprüfen und ggf. anzupassen. Schon jetzt sind viele Unternehmen seit dem Inkrafttreten des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz im Jahr 2017 zur Abgabe einer nichtfinanziellen Erklärung bzw. eines nichtfinanziellen Berichts verpflichtet, in dem sie Auskunft über soziale und ökologische Aspekte ihrer unternehmerischen Tätigkeit geben müssen.

Doch nicht nur aufgrund wachsender Erwartungen seitens des Gesetzgebenden und als Teil des Risikomanagements, sondern vor allem aus strategischen Gründen ist es für Unternehmen ratsam, sich proaktiv mit ihren Auswirkungen auf Umwelt und Klima auseinanderzusetzen. Weil Investitions- und Finanzierungsentscheidungen immer häufiger auch an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtet werden, Verbraucher:innen bewusster konsumieren und gelebte Werte für junge Fachkräfte gegenüber materiellen Aspekten an Wichtigkeit gewinnen, trägt ein überzeugender und wirksamer Ansatz zum Schutze von Umwelt und Klima letztlich vor allem dazu bei, Unternehmen im Wettbewerb zukunftssicher zu positionieren.

Der UN Global Compact sowie das Deutsche Global Compact Netzwerk unterstützen ihre Unterzeichner bei dieser Positionierung durch zahlreiche Lern- und Dialogformate.

Unterstützung durch das Deutsche Global Compact Netzwerk

Das DGCN unterstützt Unternehmen dabei, ihrer globalen und lokalen Verantwortung für die Umwelt und das Klima gerecht zu werden und in einem übergreifenden Managementansatz zu verankern. Dabei steht die Etablierung eines ganzheitlichen Umwelt- und Klimamanagements in Unternehmen im Fokus, denn dies bietet zahlreiche Vorsteile für Unternehmen:

  • Kosteneinsparungen durch höhere Energie- und Ressourceneffizienz
  • Zukunftsfähigkeit durch proaktiven Umgang mit Umwelt- und Klimarisiken sichern
  • Erschließung von Geschäftspotenzialen durch neue Produkte, Dienstleistungen oder Technologien
  • Regulatorischen Anforderungen entsprechen
  • Zugang zu Investitionen sichern

Hier finden Sie ausgewählte aktuelle Angebote.

Ansprechpartnerin

Lena Kern

Umwelt & Klima, Reporting
lena.kern@giz.de
+ 49 (0)30 7261 4 318

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