Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder im UN Global Compact Netzwerk Deutschland,
im September war New York ein besonderer Ort für die internationale Nachhaltigkeitsdebatte: Bei der 81. Generalversammlung der Vereinten Nationen und der New York Climate Week stand die Frage im Fokus, wie nachhaltige Entwicklung trotz geopolitischer Spannungen gelingen kann.
Für das UN Global Compact Netzwerk Deutschland (UN GCD) durfte ich an verschiedenen Veranstaltungen vor Ort teilnehmen und möchte gern einige Erkenntnisse mit Ihnen teilen, die ich aus den verschiedenen Gesprächen mitgenommen habe:
Nachhaltigkeit stärkt die wirtschaftliche Resilienz und eröffnet Chancen. Die Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft ist eine ökologische Notwendigkeit, aber auch ein strategischer Erfolgsfaktor. Beispielsweise stärken erneuerbare Energien die Energiesicherheit und Investitionen in die Kreislaufwirtschaft verbessern die Rohstoffversorgungssicherheit und verringern Abhängigkeiten.
Die Transformation muss sozial gerecht gestaltet werden. Eine Just Transition, die Menschen und ihre unterschiedlichen Lebensrealitäten berücksichtigt, ist entscheidend für gesellschaftliche Teilhabe und die Akzeptanz des nachhaltigen Wandels.
Der Multilateralismus muss gestärkt und erhalten bleiben: In einer zunehmend von Machtpolitik geprägten Welt gerät die regelbasierte internationale Zusammenarbeit zunehmend unter Druck. Umso wichtiger ist es, die Vereinten Nationen zu stärken und gemeinsame Lösungen für die globalen Herausforderungen unserer Zeit zu ermöglichen. Dies ist auch im Interesse von „Mittelmächten“ wie Deutschland.
In New York fand auch das Jahrestreffen der Ländernetzwerke des UN Global Compact statt, an welchen Chancen für Partnerschaften, Wissenstransfer und gemeinsame Initiativen besprochen wurden. In einem herausfordernden geopolitischen Umfeld ist diese globale Vernetzung sicherlich von besonderem Wert für uns.
Eine gute Gelegenheit, um Nachhaltigkeit als Faktor für Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und internationale Kooperation weiter zu erörtern, bietet unsere Jahreskonferenz am 17. November im Allianz Forum in Berlin, zu der ich sie herzlich einlade. Hier können Sie sich dazu anmelden.
Bleiben Sie interessiert, engagiert und den Zehn Prinzipien treu. Mit freundlichen Grüßen Marcel Engel, UN Global Compact Netzwerk Deutschland e.V.
Noch vier Jahre bleiben für die Umsetzung der Agenda 2030 und aktuell liegen nur etwa ein Drittel der Sustainable Development Goals im Plan. Unsere gemeinsame Studie mit den anderen europäischen Ländernetzwerken des UN Global Compact zeigt, welchen Beitrag zur Zielerreichung der Privatsektor in Europa aktuell leistet.
Für deutsche Unternehmen zeigt die Studie:
Ihr Beitrag liegt bei 56,4 von 100 Punkten und damit leicht unter dem europäischen Durchschnitt von 58,2 Punkten.
Sie punkten vor allem bei SDG 4 „Hochwertige Bildung" und SDG 9 „Industrie, Innovation und Infrastruktur"
Nachholbedarf besteht bei SDG 5 „Geschlechtergleichheit" und dem Abbau von Ungleichheiten, SDG 10
Für die Analyse wurden Daten von 5.793 Unternehmen des UN Global Compact aus 21 europäischen Ländern ausgewertet, darunter 715 Unternehmen aus Deutschland.
Learning-by-Sharing Workshop in Köln
Mit anderen UN Global Compact Teilnehmenden in den Erfahrungsaustausch treten und Lösungen für gemeinsame Herausforderungen erarbeiten: Das ermöglichen unsere Learning-by-Sharing Workshops.
Am 10. November von 11 - 16 Uhr findet ein solcher Workshop in Köln statt und widmet sich dem Thema “Entwicklung von Maßnahmen - Was bedeutet Angemessenheit?” Denn Angemessenheit ist ein zentrales Prinzip in der unternehmerischen Sorgfaltspflicht, das sowohl in internationalen Standards als auch in Gesetzeswerken wie LkSG und CSDDD verankert ist. Doch was gilt als angemessen – und für wen?
UN GCD Supply Chain Dialogue - Working Conditions in India
The UN GCD Supply Chain Dialogue 2026 brings together companies, suppliers, and rightsholder representatives to explore how human rights due diligence…
Bereit für den Klimawandel? Erkenntnisse von der Handelsblatt Climate Adaptation Conference
Der Rhein führt in Düsseldorf noch immer Niedrigwasser. Ein sichtbarer Hinweis darauf, dass Klimaanpassung kein fernes Zukunftsszenario ist, sondern Unternehmen hier und jetzt zum Handeln zwingt. Wie das gelingen kann, stand im Mittelpunkt der Handelsblatt Climate Adaptation Conference in Düsseldorf.
Gemeinsam mit MSD, ING und Covestro waren wir mit zwei Workshops vertreten und haben diskutiert, wie Klimarisiken in Unternehmen stärker ins Bewusstsein und auf die Agenda der Unternehmensleitungen gelangen kann:
Klimaanpassung scheitert selten an fehlendem Wissen oder Budget. Häufiger bremsen psychologische und organisatorische Hürden – etwa die zeitliche Distanz zwischen Investitionen und ihren positiven Effekten, komplexe Entscheidungsprozesse oder unklare Verantwortlichkeiten.
Wirksames Handeln beginnt damit, Risiken für das eigene Geschäft greifbar zu machen, Strategien in konkrete Schritte zu übersetzen und Verantwortlichkeiten zu benennen. Dafür braucht es KPIs, die Klimarisiken mit der Unternehmensperformance und geeigneten Anreizsystemen verbinden.
Gutes Reporting und Risikoanalysen schaffen allein noch keine Resilienz. Entscheidend ist, ob Unternehmen vorbereitet sind, etwa durch eine Bewertung kritischer Lieferanten, alternative Transportwege und belastbare Kontinuitätspläne.