Unterstützungsangebote für KMU

Obwohl KMU den Großteil aller europäischen Unternehmen ausmachen, stehen sie mit Blick auf das Thema Menschenrechte und Arbeitsnormen oft weniger im Fokus als große Unternehmen. Doch auch KMU sind heutzutage durch ihre Geschäftstätigkeiten und Lieferketten weltweit vernetzt. Dadurch sind sie ein wichtiger Treiber nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung. Gleichzeitig besteht auch das Risiko, dass sie durch ihre direkten und indirekten Geschäftstätigkeiten negative Auswirkungen auf die Menschenrechte haben. Auch sie tragen demnach eine Verantwortung, die Menschenrechte zu achten.

Selbst wenn KMU häufig nicht direkt von Regelungen zu verbindlichen Sorgfaltspflichten (wie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, LkSG) betroffen sind, spielen diese Anforderungen aufgrund ihrer Einbindung in die Lieferketten größerer Unternehmen auch für KMU eine immer wichtige Rolle.  Doch nicht nur deshalb kann es für KMU von Vorteil sein, sich proaktiv mit dem Thema Menschenrechte auseinandersetzen. Beispielsweise können sie ihre Beziehungen zu Lieferanten stärken, sich am Markt gegenüber Wettbewerbern durch positives Engagement differenzieren sowie operative Risiken ihrer Aktivitäten (z.B. Lieferausfälle) in potenziell schwierigen Kontexten  minimieren. Dabei ist klar, dass KMU nicht über die gleichen Kapazitäten für die Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfalt verfügen, wie multinationale Konzerne. Das erkennen auch die UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte an. Allerdings haben auch kleinere Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, über effektive Sorgfaltsprozesse ihrer menschenrechtlichen Verantwortung nachzukommen.

Konkrete Unterstützung leisten dabei die folgenden Angebote spezifisch für KMU.

Einsteigen

Human Rights Capacity Diagnostic

Das Human Rights Capacity Diagnostic (HRCD) ist ein Instrument zur Selbsteinschätzung, mit dem Unternehmen ihre Managementkapazitäten im Hinblick auf die  Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfalt einschätzen, Lücken identifizieren und Verbesserungsmöglichkeiten verstehen können. Die Kurzversion des HRCD eignet sich insbesondere für einen schnellen Überblick zur menschenrechtlichen Sorgfalt für KMU.

Anwenden

Fünf Schritte-Leitfaden 

Der Fünf Schritte-Leitfaden des UN GCD hilft für KMU beim praktischen Einstieg ins Thema menschenrechtliche Sorgfalt. Der Leitfaden erläutert schrittweise und anhand von Beispielen, wie Unternehmen ein Grundverständnis ihrer menschenrechtlichen Auswirkungen entwickeln und Ansätze zum Risikomanagement verankern können.

CSR Risiko-Check

Mit dem CSR Risiko-Check können Unternehmen schnell valide Informationen zu potenziellen CSR-Risiken entlang ihrer Lieferkette erhalten. Der CSR Risiko-Check richtet sich an Unternehmen, die ins Ausland exportieren, aus dem Ausland importieren oder im Ausland Produktionsstätten haben. Das kostenfreie Online-Tool, das gemeinsam von MVO Nederland, UPJ und dem Helpdesk Wirtschaft & Menschenrechte  umgesetzt wird, ist einfach zu bedienen: Nutzer:innen beantworten je eine Frage zu Produkt und/oder Dienstleistung sowie Ursprungsland oder Gebiet. Daraufhin erhalten sie einen übersichtlichen Bericht darüber, welche internationale CSR-Risiken - zu 22 Themen in vier Kategorien - mit ihren Geschäftsaktivitäten zusammenhängen und welche Möglichkeiten sie haben, diese Risiken zu managen.

KMU-Kompass 

Ihr Unternehmen möchte Verantwortung für soziale und ökologische Nachhaltigkeit entlang seiner gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette übernehmen? Der „KMU Kompass“ ist ein praktisches Online-Tool des Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte speziell für kleine und mittlere Unternehmen, das Ihnen hilft, Sorgfaltsprozesse Schritt für Schritt zu implementieren. So können Sie ein robustes Lieferkettenmanagement etablieren – und steigenden Anforderungen durch gesetzliche Vorgaben, aber auch seitens Geschäftspartner:innen, Kund:innen und Mitarbeiter:innen leichter gerecht werden. Die Nutzung ist anonym und kostenfrei.

Austauschen

Case Study Collection

Die Case Study Collection des UN GCD bietet Einblicke, wie verschiedene Unternehmen (u.a. KMU) ihrer unternehmerischen Verantwortung nachkommen und Maßnahmen implementieren – auch zum Thema Menschenrechte und Arbeitsnormen. Unter anderem gibt es Fallbeispiele zur Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfalt, der Zusammenarbeit mit Lieferanten und der Verbesserung von Arbeitsbedingungen in Produktionsstätten. Die Case Study Collection hilft, um einen Eindruck zu gewinnen, was alles möglich ist und wie andere Unternehmen Herausforderungen adressieren.  

Ansprechpartnerin

Laura Curtze  

Menschenrechte & Arbeitsnormen 
 Laura.Curtze@globalcompact.de
+ 49 (0) 30 7261 4 239

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