Deep Dive: Informationen und Tools zu menschenwürdiger Arbeit

Was ist menschenwürdige Arbeit? 

Internationale Menschenrechtsabkommen legen fest, dass jeder arbeitende Mensch das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung sowie auf freie Berufswahl hat und zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften bilden oder ihnen beitreten kann. Produktive Arbeit in Würde – das ist der Kerngedanke menschenwürdiger Arbeit.  

Die Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organisation, ILO) nennt im Rahmen ihrer Decent Work Agenda vier grundlegende Dimensionen, die zur Realisierung menschenwürdiger Arbeit notwendig sind:  

  • Die Schaffung von mehr und besseren Beschäftigungsmöglichkeiten 
  • Die Einhaltung der grundlegenden Arbeitsstandards 
  • Der Auf- und Ausbau von sozialen Sicherungssystemen 
  • Die Förderung des sozialen Dialogs zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften 

Warum ist menschenwürdige Arbeit wichtig? 

Menschenwürdige Arbeit ist nicht nur ein grundlegendes Menschenrecht, sondern auch zentraler Treiber einer sozial nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Sustainable Development Goals (SDGs). So fordert Ziel 8 konkret nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum sowie die Realisierung menschenwürdige Arbeit für alle und thematisiert damit die Tatsache, dass Wirtschaftswachstum nicht automatisch zu besseren und sichereren Arbeitsplätzen und Einkommensmöglichkeiten führt - diese aber wiederum essentiell dafür sind, Armut zu bekämpfen, Kaufkraft zu stärken, Bildungschancen zu erhöhen und Gesundheit zu fördern. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, in der niemand zurückgelassen wird, ist es deshalb unerlässlich, darauf hinzuwirken, dass Menschen unter Bedingungen arbeiten können, die frei sind von Ausbeutung und ihnen ein angemessenes Einkommen sowie Perspektiven bieten. 

Unternehmen verfügen an dieser Stelle über einen enormen Hebel: Sie schaffen Beschäftigungsmöglichkeiten, können im eigenen Geschäftsbereich wie auch gegenüber Geschäftspartnern auf die Einhaltung zentraler Arbeitsstandards hinwirken. Dem tragen die Zehn Prinzipien des UN Global Compact Rechnung, indem sie Unterzeichner spezifisch dazu auffordern, sich für grundlegende Rechte bei der Arbeit einzusetzen.  

Zentrale Angebote des UN GCD zum Thema menschenwürdige Arbeit

Das UN GCD bietet Unternehmen und anderen interessierten Stakeholdern verschiedene Möglichkeiten, sich zum Thema menschenwürdige Arbeit zu informieren und praktische Hilfestellungen für die Umsetzung zu erhalten: 

Toolkit für menschenwürdige Arbeit

Das kostenlose Toolkit für menschenwürdige Arbeit des UN Global Compact, dessen deutsche Version das UN GCD bereitstellt, unterstützt das Unternehmen dabei, die Zusammenhänge zwischen Einkaufspraktiken und der Förderung menschenwürdiger Arbeit in globalen Lieferketten zu verstehen und zu adressieren. Einkäufer:innen werden befähigt, gemeinsam mit Zulieferern Maßnahmen zu ergreifen, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Arbeiter:innen entlang der Lieferkette zu verbessern. Das Toolkit ist öffentlich zugänglich und enthält zahlreiche Praxisbeispiele von Unternehmen, die sich gemeinsam mit ihren Lieferanten zur Förderung menschenwürdiger Arbeit engagieren. Es umfasst drei Module, die eine Mischung aus Hintergrundinformationen, Trainingsübungen, praktischen Fallstudien und häufig gestellten Fragen beinhalten. 

HIER GEHT ES ZUM TOOLKIT

Webinarreihe „UNGC-Prinzipien 3-6 / ILO-Kernarbeitsnormen“

Um menschenrechtlichen Risiken in ihren Liefer- und Wertschöpfungsketten angemessen begegnen zu können – wie es auch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und vergleichbare Regelungen in anderen Ländern fordern – brauchen Unternehmen Antworten auf diese Frage. Genau darum ging es in der vierteiligen Webinarreihe, die das UN GCD unter Mitwirkung der ILO umgesetzt hat und die nun als Aufzeichnung verfügbar ist.

ZUR WEBINARREIHE

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