Trainingsansatz

Der United Nations Global Compact hat einen 3-Stufen Ansatz für Unternehmen zur Korruptionsprävention entwickelt. Dieser minimiert unternehmerische und gesamtwirtschaftliche Risiken mit internen, externen und kollektiven Maßnahmen. 

Auf der ersten Stufe sollen interne Maßnahmen erarbeitet und im eigenen Unternehmen etabliert werden. Aber auch wenn ein Unternehmen interne Maßnahme implementiert hat, kann es Wettbewerbsnachteilen ausgesetzt sein, oder das Unternehmen hat aufgrund seiner bisherig alleinigen Aktivitäten nicht ausreichend Einfluss, um auch das Unternehmensumfeld zu ändern. Daher werden auf der zweiten Stufe auch externe Maßnahmen, wie eine regelmäßige Berichterstattung und Einbindung der Geschäftspartner, als Maßnahmen eingebunden. Ergänzend sollten Unternehmen gemeinsam mit anderen Steakholdern des öffentlichen und privaten Sektors und der Zivilgesellschaft gemeinsame Aktivitäten initiieren, um dadurch im gesamtem Geschäftsumfeld das Korruptionsrisiko reduzieren zu können. Ein solcher kollektiver Ansatz ist unerlässlich dabei umfassende faire Rahmenbedingungen zu schaffen und erzeugt ein Unternehmensumfeld mit reduziertem Korruptionsrisiko. Die erfolgreiche Bekämpfung von Korruption startet in den Unternehmen, die die Weltwirtschaft gestalten. Hierzu gehören jedoch nicht nur die global agierenden Unternehmen, sondern vor allem auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die den unternehmerischen Markt stark mitprägen. Die Korruptionsprävention ist ein äußerst komplexes Thema und kann nicht auf eine universelle Lösungsstrategie heruntergebrochen werden.

Um den Unternehmen bei der Einführung eines Compliance-Management-Systems eine Orientierung zu schaffen, hat das UN Global Compact Netzwerk sechs Schritte zur effektiven Korruptionsprävention in Unternehmen entwickelt.

Dieses interne Compliance-Management-Systems kann sich den individuellen Bedürfnissen der Unternehmen anpassen. Das Compliance-Management-Systems beinhaltet sechs Schritte, die aufeinander Aufbauen und als Kreislauf zu verstehen sind. Wurden die sechs Schritte durchlaufen, ist die Basis für eine effektive Korruptionsprävention geschaffen. Die Wirtschaft ist in einem stetigen Wandel, wie auch die Unternehmen, so dass das Programm nicht als starres Konstrukt zu verstehen sein kann, sondern auf einem kontinuierlichen Prozesse des Lernens, Anpassens und Verbesserns basiert.Ergänzend zu der Implementierung von internen Maßnahmen, können externe Maßnahmen für Geschäftspartner und in der Lieferkette, durchgeführt werden sowie kollektive Maßnahmen wie Mitgliedschaften in der Allianz für Integrität oder dem DICO - Deutschen Institut für Compliance e.V. Solche kollektiven Maßnahmen fördern einen regelmäßigen Austausch mit Praktikern und Experten:innen über neue Impulse und Erfahrungen.

Sie sechs Schritte des Compliance-Management-Systems sind:

  1. Selbstverpflichtung
  2. Risikomanagement
  3. Entwurf des Programms
  4. Umsetzung des Programms
  5. Prüfung und Verbesserung
  6. Berichterstattung

Der erste Schritt zu einem effektiven Compliance Programm ist stets die bewusste und klare Selbstverpflichtung der Geschäftsführung zu einer von Integrität geleiteten Unternehmenskultur. Eine Nulltoleranz für korruptes Verhalten stellt die Basis einer integren Unternehmenskultur dar. Dabei ist unerlässlich, dass die Selbstverpflichtung durch die Geschäftsführung erfolgt – “Tone from the Top“ – die dann in einem Verhaltenskodex für Mitarbeitende – “Code of Conduct“ – umgesetzt und gelebt werden sollte. Durch einen auf einer Risikoanalyse des Unternehmens basierendem Ansatz, können die Maßnahmen der Korruptionsprävention spezifisch auf die finanziellen und personellen Ressourcen des Unternehmens angepasst werden, so dass die einzelnen Maßnahmen größtmögliche Wirkung entfalten können. Bei der Risikoanalyse finden nicht nur die individuellen Ressourcen des Unternehmens Beachtung, sondern auch sektor- und länderspezifische Risiken sowie Geschäftsprozesse und Interaktionen mit Partnern und Amtsträgern. Die hierdurch identifizierten Risiken sind Grundlage des für das Unternehmen spezifischen Programms zur Prävention und zum Umgang mit Korruptionsfällen. Kern dieses Programms sind konkrete Handlungsanweisungen und Prozessdefinitionen, die umreißen welche Erwartungen an das Verhalten der Handelnden gestellt werden, welche Hilfsmittel zur Verfügung stehen, und wer bei Fragen die Ansprechperson ist. Im nächsten Schritt erfolgt durch konkrete Handlungseinweisungen, Implantierung der erarbeiteten Prozesse ergänzt durch Schulungs- und Kommunikationsmaßnahmen die Umsetzung des Programms. In diesem Zuge sollte auch ein Hinweisgebersystem zum Aufdecken von Verstößen eingeführt werden. Die Korruptionsprävention ist ein kontinuierlicher Prozess und endet nicht mit der Einführung dieser Prozesse.  Die erarbeiteten Maßnahmen müssen stetig überprüft, aus ihrer Wirksamkeit gelernt und daraus Anpassungen und Verbesserungen abgeleitet werden. So können Schwachstellen identifiziert und schnell behoben werden. Um Korruption in allen Geschäftsbereichen entgegen treten zu können, muss ein Compliance-Management-System agil und im stetigen Fluss sein, um sich auf immer neue Herausforderungen einstellen zu können. Durch eine regelmäßige Berichterstattung kann die erfolgreiche Umsetzung der Korruptionsmaßnahmen kommuniziert und damit nach Außen eine Verantwortlichkeit präsentiert werden. Eine solche Demonstration kann zum Beispiel über die eigene Internetseite oder eine Berichterstattung im Rahmen des UN Global Compact Netzwerks  erfolgen.

Ansprechpartnerin

Carolina Echevarria

Korruptionsprävention (Allianz für Integrität)
carolina.echevarria@giz.de 
+ 49 228 4460 – 4043

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