Neues Paper der SBTi zu Net Zero Klimazielen

15.09.2020

Neues Paper der Science Based Targets Initiative legt die konzeptionelle Grundlage für eine einheitliche, wissenschaftsbasierte Festlegung von Net Zero Zielen für Unternehmen.

Report der Science Based Targets Initiative

Um die katastrophalsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden, müssen laut des IPCC-Sonderberichts „1,5 globale Erwärmung“ von 2018 die globalen Emissionen bis 2050 auf einen Nettowert von Null sinken (Net Zero). Seit der Veröffentlichung des Sonderberichts ist ein spürbarer Anstieg von Net Zero Verpflichtungen von Unternehmen zu verzeichnen, eine positive Entwicklung. Bisher jedoch gibt es keinen konsistenten, wissenschaftlich fundierten Ansatz für die Festlegung von Net Zero Zielen. 

Das am 15. September neu veröffentlichte Paper der Science Based Targets Initiative (SBTi) legt den Grundstein für die Entwicklung des ersten wissenschaftsbasierten globalen Standards für die Festsetzung von Net Zero Zielen durch Unternehmen. Die Initiative will sicherstellen, dass die Unternehmensziele in der Umsetzung mit der Erreichung einer Net Zero Zukunft bis spätestens 2050 vereinbar sind. 

Das Paper legt dafür die konzeptionelle Grundlage: was es für Unternehmen bedeutet, Net Zero Emissionen zu erreichen; eine Analyse bestehender Praxis in der Net Zero Zielsetzung; die Bewertung von Strategien, die mit der Erreichung einer Netto-Null-Wirtschaft vereinbar sind; sowie erste Empfehlungen für wissenschaftlich fundierte Net Zero Ziele.


Lesen Sie hier den vollen Report der Science Based Targets Initiative (in englisch).

Kernaussagen des Berichts

  1. Eine klimawissenschaftlich fundierte Reduzierung der Emissionen in der Wertschöpfungskette muss für Unternehmen die oberste Priorität bleiben und im Mittelpunkt jeder glaubwürdigen Net Zero Strategie stehen.
  1. OFFSETS: In der Übergangsphase bis zum Erreichen eines Net Zero Zustands können Unternehmen ihre Emissionen kompensieren. Dies ermöglicht die dringend benötigte Finanzierung von Aktivitäten, die Emissionen vermeiden oder die Kohlenstoffkonzentration in der Atmosphäre senken. Die Kompensation von Emissionen beseitigt jedoch nicht die dringende Notwendigkeit, Emissionen innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette im Einklang mit der Wissenschaft zu reduzieren: Dies muss die oberste Priorität für Unternehmen und der zentrale Fokus jeder glaubwürdigen Net Zero Strategie bleiben.
  1. REMOVALS: Mitigationsszenarien verdeutlichen, dass die Gesellschaft dringend damit beginnen muss, Maßnahmen zur Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre in großem Maßstab durchzuführen. Ebenso deutlich zeigen die Szenarien jedoch, dass diese parallel zu tiefgreifenden Emissionsreduzierungen und nicht an deren Stelle erfolgen müssen.

Wie geht es weiter

Unternehmen sollten:

  • andere Möglichkeiten evaluieren, wie sie zur Systemtransformation hin zu Net Zero beitragen können, z.B. durch Klimafinanzierung, die Entwicklung kohlenstoffarmer Produkte und Lösungen, politische Einflussnahme, Naturschutzaktivitäten und Unterstützung kooperativer Maßnahmen.

Für die Entwicklung der Validierungskriterien für wissenschaftsbasierte Net Zero Ziele für Unternehmen, wird die SBTi einen transparenten Multi-Stakeholder-Prozess durchführen.

Bis heute haben sich über 270 Unternehmen über die „Business Ambition for 1.5°C“-Kampagne zu Net Zero verpflichtet und ihre Zahl wächst stetig – durch neue Mitglieder wie Rolls-Royce, Velux, Diageo, H&M Group und Colgate Palmolive. Diese 270+ Unternehmen verpflichten sich, bis 2050 ein Net Zero Szenario zu erreichen und gleichzeitig ihre Emissionen durch wissenschaftlich fundierte Zwischenziele drastisch zu senken. Sie setzen ihre kollektive Stimme ein, um Regierungen dazu aufzurufen ihre Maßnahmenpakete zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Krise an Nachhaltigkeitskriterien auszurichten: über 150 CEOs globaler Unternehmen haben zu diesem Zweck kürzlich einen Aufruf an Regierungen unterzeichnet.

SBTi
 
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