Jahrbuch Global Compact Deutschland 2018

07.01.2019

Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen bei der Achtung und Umsetzung von Menschenrechten? Wie entwickelt sich die Rechtslage in dem Feld Wirtschaft und Menschenrechte? Und wird der Mensch nicht sogar durch die voranschreitende Digitalisierung und den Wandel der Vierten Industriellen Revolution als Arbeitskraft in absehbarer Zeit durch Maschinen ersetzt? Diesen und weiteren Fragen geht das bei macondo publishing erschienene Jahrbuch "Global Compact Deutschland 2018" nach. Die Publikation beschäftigt sich mit Themen rund um Wirtschaft und Menschrechte und der Frage nach einer nachhaltigen Digitalisierung. In Form von Beiträgen bringen sich hierzu zentrale Akteure aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Zivilgesellschaft ein. Darüber hinaus zeigen 26 deutsche Global Compact-Mitgliedsunternehmen in ihren Good Practice-Beispielen, mit welchen Maßnahmen sie dazu beitragen, Antworten zu diesen Fragen zu finden.


Der Auftakt des Jahrbuchs startet mit einem Auszug aus einer Rede vom G20-Gipfel in Buenos Aires (November 2018), in der UN-Generalsekretär H.E. António Guterres dazu aufruft, eine faire Globalisierung auf Basis der Agenda 2030 voranzutreiben. Bei der übergreifenden Zusammenarbeit für eine gerechte Globalisierungist es laut Guterres insbesondere wichtig, dass wir als Gesellschaft effizienter die wachsenden Ungleichheiten bekämpfen. Als weitere Herausforderung für das Bestreben sieht er den Umgang mit den Auswirkungen der Vierten Industriellen Revolution durch künstliche Intelligenz und die daraus resultierenden Veränderungen im Arbeitsmarkt.

Die aktuelle Jahrbuch-Ausgabe beleuchtet zwei Themenschwerpunkte. Zum einen Perspektiven, Konfliktlinien und Stolpersteine in Hinblick auf die Umsetzung der Menschenrechte aus wirtschaftlicher Perspektive. Zum anderen fragt die Ausgabe nach der Rolle der Digitalisierung im Nachhaltigkeitsdiskurs.

Wirtschaft und Menschenrechte
Die Achtung der Menschenrechte ist eine wesentliche Voraussetzung für die gesellschaftliche Akzeptanz der Geschäftstätigkeit und für die Begrenzung imagebezogener, betrieblicher,
finanzieller und rechtlicher Risiken. Die ersten sechs Prinzipien des UN Global Compact zielen daher auf die Achtung der Menschenrechte und die Umsetzung von Arbeitsnormen ab.
Im ersten Kapitel fragt der Artikel "Achtung der Menschenrechte durch Unternehmen" wie die Verantwortung und Umsetzung von Menschenrechten mit globalisiertem Handeln in Einklang gebracht werden kann. Insbesondere dort wo Aspekte der Gesellschaft, die bislang unter die staatliche Pflicht zum Schutz, der Förderung und der Gewährleistung von Menschenrechten gefallen sind, nun privatwirtschaftlich organisiert werden.
Ein Beitrag von Isabell Daum beleuchtet neue rechtliche Entwicklungen im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte und zeigt in einem Ländervergleich auf, wie die Forderungen an Unternehmen auf internationaler Ebene zurzeit gestaltet sind. Bei der Ausgestaltung und Einhaltung von CSR-Normen müssen von Unternehmen auch vermehrt konkrete rechtliche Aspekte berücksichtigt werden. Eine Ausführung von Dr. Birgit Spiesshofer zeigt auf, wo die Gefahr einer möglichen Klagewelle für Unternehmen drohen könnte.
Weitere Artikel von Philipp Bleckmann und Laura Curtze stellen zwei neue Publikationen zu den Themen „Moderne Sklaverei“ und “Menschenrechtliches Beschwerdemanagement“ vor die, die Wichtigkeit der Menschenrechtsthematik entlang der Lieferkette beleuchten und praktische Handlungsansätze für Unternehmen erörtern.

Nachhaltige Digitalisierung?
Der technische Fortschritt krempelt die Arbeitswelt derzeit kräftig um. Was bedeutet das also für die Zukunft der Arbeit und für das Zusammenwirken von Mensch und Maschine? Und wie stellen wir sicher, dass unternehmerische Verantwortung auch in Bits und Bytes Eingang findet?
Ein Beitrag von Dr. Marian Feist analysiert wie Digitalisierung nachhaltig sein kann und skizziert
die damit verbundenen Chancen und Risiken für nachhaltige Entwicklung sowie die Rolle unternehmerischer Verantwortung. Von einem überfälligen Paradigmenwechsel schreibt Karl-Heinz Land in seinem Artikel über Total Societal Impact. Er argumentiert, dass es sich auch in Zeiten der Digitalisierung auszahle, sein Kerngeschäft auf den Total Societal Impact auszurichten. Im Zuge der Veränderungen stellen sich unterschiedliche Autoren weitere Fragen, die in den Beiträgen dieses Kapitels erläutert werden. Beispielsweise, ob es ein Grund zur Sorge sei, dass schon heute Roboter, Computer und Co. an vielen Stellen schneller, präziser und günstiger als Menschen arbeiten. Wird es durch Automatisierung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zu dem Szenario Mensch versus Maschine kommen? Und wie steht eigentlich Deutschland in dieser Debatte im Vergleich zu anderen Wirtschaftsmächten dar? Für Richard David Precht, der Keynote Sprecher bei der Teilnehmerkonferenz des Deutschen Global Compact Netzwerk war, geht es bei Fragen zur Zukunft der Arbeit aber nicht nur um Verteilungsgerechtigkeit, sondern auch um Sinnhaftigkeit.

Gute Beispiele aus der Praxis
Schließlich zeigen im Jahrbuch Global Compact Deutschland 2018 deutsche Global Compact-Mitgliedsunternehmen mit ihren Projekten, wie sie sich für die Umsetzung und Einhaltung der Menschenrechte engagieren – und welche Technologien momentan den nachhaltigen Wandel vorantreiben.

Über das Jahrbuch Global Compact Deutschland 2018
Jahrbuch des deutschen Netzwerkes mit Beiträgen u.a. von H.E. António Guterres (Grußwort), Elmer Lenzen, Philipp Bleckmann, Isabel Daum, Laura Curtze sowie 26 deutschen Global Compact-Mitgliedsunternehmen. Hrsg.: macondo publishing Verlag. Münster 2018, 125 Seiten, durchgehend farbig, broschiert, FSC-zertifizierter und klimaneutraler Druck, limitierte Auflage.
ISBN-13: ISBN-13: 978-3-946284-06-2
Bezugspreis: 15,00 Euro zzgl. Porto

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